Nach acht Jahren Planung stehen zwei neue Demenz-Wohngemeinschaften in Marienfelde kurz vor der Fertigstellung. Die erste WG öffnet am 1. Juni, bereits ab Ende Mai laden Tage der offenen Tür dazu ein, das besondere Konzept kennenzulernen. Im Gespräch gibt uns Ingo Kölsch, einer der Gründer des Pflegedienstes, Einblicke.

Beide Wohnungen sind Neubauten, als Aufstockung von zwei Dachgeschossen, die über Aufzüge bequem erreichbar sind. „Mit der degewo hatten wir bereits die Kernsanierung der WGs in Marzahn durchgeführt. 2018 kamen sie erneut auf uns zu, um auch bei der Sanierung des Greizer Viertels in Marienfelde diese alternative Wohnform unterzubringen. Mit unseren Erfahrungen kamen wir sehr schnell mit dem Planungsbüro zusammen, das gut verstanden hat, wo unsere Bedarfe sind.“
 
Starke Farb-Akzente gehören zum Konzept“
 
Was beim Betreten sofort auffällt: kräftige Farben statt Muster oder Weiß. „Viele erleben erst einmal eine Überraschung bei den starken Farb-Akzenten – genau das ist gewollt“, so Kölsch. Klare Farbgestaltung schafft Orientierung und reduziert Unsicherheit bei Menschen mit Demenz. Grundlage sind Empfehlungen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe: Rot steht etwa für Wärme im Essbereich. „Krankenhaus ist weiß – bei uns ist es bewusst bunt.“


Auch die Ausstattung ist klar an die Bedarfe der Bewohnenden ausgerichtet: Handläufe in den Fluren, WC mit Bügel und unterfahrbare Waschbecken sorgen u.a. für ein weitgehend selbstbestimmtes Leben, egal welche Handicaps sich einstellen sollten.
 
Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Leben. Großzügige, offene Wohn-, Ess- und Küchenbereiche fördern Begegnung und Aktivität. „Die meisten halten sich hier auf: Sie sehen die anderen, erleben Gemeinschaft – das gibt Sicherheit und Geborgenheit.“ Wer möchte, beteiligt sich aktiv am Alltag, etwa beim Kochen oder bei kleinen Aufgaben im Haushalt.
 
„Der Pflegedienst ist nur zu Gast.“
 
Die WG versteht sich als echtes Zuhause – nicht als Heim. Zugleich ist die Pflege rund um die Uhr präsent, bleibt aber bewusst im Hintergrund. „Der Pflegedienst ist Gast – die WG gehört den Bewohnenden.“ Ebenso ist die WG Teil der Hausgemeinschaft: begleitete Spaziergänge im Kiez, Begegnungen mit Nachbarn und nahe Grünflächen gehören zum Alltag dazu.
 
Trotz hoher Ansprüche wurde auf Wirtschaftlichkeit geachtet. „Wir haben intensiv verhandelt, damit die Mieten bezahlbar bleiben.“ Die Gesamtkosten liegen auf einem Niveau, das mit einem allein geführten Haushalt vergleichbar ist.
 
Wer sich über die WG informieren möchte, ist herzlich eingeladen zu unseren Tagen der Offenen Tür:
 
DI, 26.5.2026, 15-20 Uhr           SA, 30.5.2026, 10-14 Uhr
MI, 10.6.2026, 15-20 Uhr          SA,13.6.2026, 10-14 Uhr
DO, 25.6.2026, 15-20 Uhr         SA, 27.6.2026, 10-14 Uhr
 
WG in der Greizer Straße 20, 12279 Marienfelde
 
Der Neubau nimmt Gestalt an: Erste Bilder der WGs finden Sie HIER.

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